Gemeinde(er)leben

Das Elend in den Flüchtlingslagern an EU-Grenzen

Unter Zuständen, die nicht einmal das europäische Tierschutzgesetz erfüllen, leben derzeit Menschen in den Flüchtlingslagern in Griechenland und an den Grenzen zu Bosnien. Das evangelische Dekanat Nassauer Land hatte vor Ostern einen Offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel geschrieben, sich für ein sofortiges Ende dieses Elends einzusetzen und mittelfristig auf europäischer Ebene dafür zu sorgen, dass dieser unmenschliche Umgang mit Flüchtlingen aufhört. Aber was können Christen im Nassauer Land konkret tun?

Die Fotografin und Menschenrechtsaktivistin Alea Horst aus Reckenroth ist regelmäßig in den Lagern und dokumentiert in erschütternden Bildern die katastrophalen Zustände, auch die, nachdem das Lager in Moria abgebrannt ist.  Sie gehört zu den engagierte Mitgliedern, die sich in der Region Aar-Einrich in der Initiative „Wir machen mit!“ (WMM) für eine Auflösung der Lager einsetzen und gleichzeitig akute Hilfe leisten. Die Initiative hat sich 2005 unter Federführung des Arztes Achim Lauer und einer Gruppe Engagierter rund um Hahnstätten gegründet. Damals hatte Kanzler Schröder zu Gemeinde-Patenschaften mit vom Tsunami betroffenen Gebieten auf Sri Lanka aufgerufen. 2019 und 2020 gingen die Bilder über die furchtbaren Zustände im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos in Griechenland um die Welt; dies war für die Initiative der Anlass, sich neu zu formieren, um aktiv an der Verbesserung der Situation auf Lesbos mitzuarbeiten und die Menschen dort zu unterstützen.

Auch das Dekanat Nassauer Land unterstützt das Wirken von WMM mit Spenden und Veranstaltungen und legt dies auch den Gemeinden ans Herz. Ziel von WMM ist es derzeit, die Arbeit der Helfer vor Ort beim Aufbau und zur Unterhaltung einer medizinischen Nothilfestation in der Nähe des neuen Lagers durch Spenden zu ermöglichen. Die eingenommenen Gelder werden auf einem Konto der Verbandsgemeinde Aar-Einrich verwaltet und über ein Sonderkonto des Vereins „Armut und Gesundheit“ nach Griechenland transferiert. So ist eine zweckgebundene Verwendung der Gelder garantiert. Die IBAN(Nassauische Sparkasse): DE76 5105 0015 0604 0147 00; Verwendungszweck „Spende wir-machen-mit"

Hingewiesen sei auch auf das Projekt 21.000 und die Ausstellung „Die Vergessenen“ in Diez mit Fotos von Alea Horst, mit der rund um den Weltflüchtlingstag am 20. Juni die Situation der Flüchtlinge ins Bewusstsein gerückt wird.

Mehr Infos über die Website des Dekanats evangelisch-nassauer-land.de unter dem Suchbegriff „Die Vergessenen“.

20210615 Flüchtlingsinitiative

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