Gemeinde(er)leben
Zum Thema Gottesdienst "to go" – Kirche auf Rädern hat die Fernsehsendung Landesschau Rheinland-Pfalz einen Artikel mit Video veröffentlicht.

"Und der Herr sprach...: Geh hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune ..., dass mein Haus voll werde." (Lukas 14,23) 

Kirche ist jetzt unterwegs...

sehr gerne auch zu dir und auch zu Ihnen, wenn Sie möchten!

Eine Nachricht genügt und ich komme vorbei, um unter dem Balkon, auf der Terrasse, im Garten oder auch einfach mit 2 m Abstand vor der Haustür miteinander einen kleinen Gottesdienst zu feiern. Gemeinsam innehalten, sich besinnen, beten, singen, gemeinsam vor Gott stehen (oder sitzen...). Denn es gilt: "Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, da bin ich mitten unter ihnen" (so sagt Jesus es im Matthäusevangelium Kapitel 18,20). Das geht sogar oder gerade in Zeiten von Corona. Halleluja!

Anfragen richten Sie bitte gerne an: Dr. Anneke Peereboom, Tel. 06486-911756 oder 0176-22683349 

Auch die Homepage der EKHN berichtet über unseren besonderen Lieferdienst

Corona verändert nicht nur das Leben aller, sondern macht vor allem viele alte Menschen einsam. „Um die geht es mir ganz besonders“, erzählt Pfarrerin Anneke Peereboom. Wer jetzt noch nicht über moderne Netzwerke verfüge, um wenigstens auf digitalem Weg Kontakt zu halten, leide unter der fehlenden Ansprache. Dem will die Theologin mit ihrem Angebot begegnen.

Auf Bestellung per Telefon fährt sie mit Gitarre und Bibel vor die Häuser in den Ortschaften, die zur Kirchengemeinde gehören. Vor geöffneten Haustüren und Fenstern feiert sie in gebotenem Abstand eine zehnminütige Kurzandacht für betagte Paare, Alleinstehende oder auch ganze Familien. „Manche hören auch vom Balkon aus zu oder im Garten.“

Pfarrerin singt für die ganze Nachbarschaft

Was in Städten als „Balkonsingen“ bekannt ist, da hilft die Pfarrerin auf dem Land mit ihrem eigenen Gesang in den Straßen etwas nach. Denn nicht nur die Haustür des angesteuerten Ziel-Haushalts öffnete sich bislang für die Straßen-Verkündigung, sondern auch Fenster in der Nachbarschaft. Und mit dem ersten Lied trieb es noch andere Zuhörer auf den Balkon. „Schöner ist's, wenn viele mitsingen, aber in der Kirche fungiert eine Pfarrerin ja auch ab und an als Vorsängerin“, erzählt sie.

„Geht hin!“

Entscheidend für die Seelsorgerin: „Die Geschmäcker sind verschieden“, sagt Peereboom. Das gelte auch für die Frage, ob man in der jetzigen Zeit einen Gottesdienst lieber als Livestream im Internet oder etwa im Fernsehen verfolgt oder ob man „einen realen Menschen mit einer realen Bibel in der Hand, einer realen Gitarre und Stimme sowie einem realen Kerzenlicht auf der Straße vor sich hat“.

Bei ihrem Grübeln über Alternativen zu den verbotenen Gottesdiensten in der Kirche habe sie sich an den Auftrag von Jesus erinnert „Geht hin!“. Gerade die jetzige Krise biete die Chance, zu zeigen, dass Kirche keine reine „Kommt her“-Institution ist, sondern Menschen dort begegnet, wo sie in ihrem Leben stehen, wo sie faktisch sind.

Hier und da fällt auch mal eine Rolle Klopapier ab

Die Feuerprobe gab es bei einem Ehepaar um die „60“. Das hatte sich von ihrer Pfarrerin eine Predigt in gedruckter Form zum Lesen gewünscht. Aber die Theologin brachte nicht nur ein Stück Papier, sondern gleich sich selbst mit. Vom Bürgersteig aus gab es dazu zwei Lieder mit Gitarre, ein Gebet und ein Segenswort. Und nach zehn Minuten ließ Peereboom dem Paar noch eine Rolle Toilettenpapier an der Türschwelle zurück. „Du zeigst mir den Weg zum Leben. In dir ist Freude in Fülle!“ hatte sie darauf geschrieben.

Für die Pfarrerin einen Tisch auf dem Bürgersteig gedeckt

Bei den digital vernetzten Gemeindegliedern machte das schnell die Runde, weitere „Bestellungen“ folgten über Instagram, auch von Familien, wo mehr Generationen unter einem Dach leben. Und während der bekannte Lieferservice Essen an die Haustür bringt, erlebte Peereboom sogar genau das Gegenteil. Da hatte ihr die Familie eines Hauses einen Tisch auf dem Bürgersteig gedeckt und einen Stuhl für ihre Andacht hingestellt, und als sie das erste Lied anstimmte, gingen auch in der Nachbarschaft Fenster auf und Leute kamen auf die Balkone. Auch in den Garten wurde ihre Andacht schon bestellt.

Niemand muss Scheu haben

Natürlich kennt die Pfarrerin ihre Schäfchen und weiß um manche Not, wo ein gutes Wort und Beistand ohnehin gefragt ist. „Aber mir geht es darum, dass niemand Scheu haben muss, mich anzurufen, wenn er sich durch die jetzige Situation besonders einsam vorkommt, Probleme hat oder wenn ihm eben nach solch einer kleinen Andacht zumute ist“, sagt Peereboom. Und da gebe es derzeit mehr Menschen als sonst, denen ganz gleich welchen Alters die reale geistliche Abwechslung besonders gut tut und Halt und Hoffnung schenkt.

© Carina Dobra - www.ekhn.de

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